Katja Rathje-Hoffmann - Für eine gute frühkindliche Betreuung und Bildung im Land

Original-Rede aus dem Landtag von schleswig-Holstein.

herzlichen Dank an die Ministerin für diesen mündlichen Bericht zum Personalbedarf in unseren Kitas in Schleswig-Holstein. Wir wissen durch die Bertelsmann-Studie, dass sich zwischen 2011 und 2022 die Anzahl der Beschäftigten um 75 Prozent auf nunmehr ungefähr 23.150 Stellen gesteigert hat. Das hört sich ziemlich gut und viel an, trotzdem fehlen bei uns weiterhin Kitaplätze, um den Elternbedarf an Betreuung ausreichend zu decken und den Personalschlüssel von 2,0 Fachkräften am Kind dauerhaft und flächendeckend zu gewährleisten.

In Schleswig-Holstein beträgt die Betreuungsquote bei den unter dreijährigen 36 Prozent, bei einem Bedarf von 51 Prozent und bei den über drei-jährigen liegt die Betreuungsquote bei 92 Prozent und der Bedarf bei 96 Prozent.

Bei der U3-Betreuung liegt das Hauptproblem darin, dass es zu wenig Betreuungsplätze gibt. Und bei der Ü3-Betreuung ist das Hauptproblem, dass zu oft keine ausreichenden Betreuungszeiten angeboten werden können. Und es gibt schlicht und ergreifend zu wenig qualifiziertes Personal für die Kitas. Mit negativen Folgen auf die pädagogische Praxis.

Laut Bertelsmann Studie fehlen in unserem Bundesland im Jahr 2030 ca. 2.900 Fachkräfte für die U3-Bereich und ungefähr 1.100 Fachkräfte im Ü3-Bereich. Zudem arbeiten 1.950 anerkannte Tagespflegepersonen in Schleswig-Holstein. Hier können wir positiv feststellen, dass es auch in diesem Bereich insgesamt einen Anstieg der Betreuungskapazitäten zu verzeichnen gibt.

Der Fachkräftemangel ist beinahe in jeder Kita Realität. Mit der aktuellen Fachkräfte-Stärken-Strategie des Landes verbessern wir die Betreuungssituation im ganzen Land. Für eine bessere Chancengerechtigkeit und eine bessere frühkindliche Bildung.

Deswegen fördern wir die Praxisorientierte Ausbildung (PiA) im Bereich der Sozialpädagogik stärker. Insgesamt haben wir ca. 3.800 angehende Erzieherinnen und Erzieher in Ausbildung, inklusive PiA. Und es werden 275 PiA-SPA Ausbildungsstellen zusätzlich vom Land anteilig gefördert.

Insgesamt stehen dafür in diesem Jahr fünf Millionen Euro und im kommenden Jahr zehn Millionen Euro im Rahmen der Fachkräfte-Stärken-Strategie zur Verfügung. Zudem bilden wir mehr pädagogische Lehrkräfte aus.

Eine weitere Herausforderung ist die Eindämmung der Fluktuation des pädagogischen Personals in den Einrichtungen. Hier müssen wir ansetzen und gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen sorgen. Hierzu werden wir uns mit allen Akteurinnen und Akteuren des Kita-Systems intensiv auf allen Ebenen beraten.

Mit den Kommunen, der LAG der freien Wohlfahrtsverbände, den Landesverbänden der Kindertagespflege und der Landeselternvertretung werden wir Expertise bündeln. Zudem wollen wir uns mit dem Bildungsministerium abstimmen, mit welcher wissenschaftlichen Unterstützung ein fundiertes Bild für unser Land zum Fachkräftebedarf in den nächsten zehn Jahren entwickelt werden kann.

Wir haben das Ziel, weiterhin ausreichend Fachkräfte in den Kitas zu haben, noch nicht erreicht. Wir müssen dranbleiben, um mehr Fachkräfte zu gewinnen und auch zu halten. Deshalb benötigen wir genauere Zahlen zur Entwicklung und zur Steuerung.

Für eine tolle frühkindliche Betreuung und Bildung in Schleswig-Holstein.

FU Kreisverband Segeberg
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